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Aktuelles aus der Sektion:

Kreta vom Feinsten

veröffentlicht von: Martin Griesbach am 26.05.2015
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Um es gleich vorweg zu nehmen: es war „nur“ eine einwöchige Wanderung über felsige, schotter-beladene Pfade und Steige. Kein Besuch von alten Ruinenstätten, Museen, Kirchen oder verwinkelten Altstädten – nur eine einstündige Schiffsfahrt entlang der beeindruckend steilen Südküste  im Westen Kretas war bei dieser Tour noch mit einbeschlossen. Und doch, es wurde eine der schönsten Touren, die der Verfasser dieser Zeilen  -  in Übereinstimmung mit  seinen Mitwanderern - erlebt hat.  Und die meisten von ihnen hatten schon eine lange Liste von Unternehmungen dieser Art in ihrem Gepäck.


Warum also schönste Tour? Wo soll man da mit der Aufzählung anfangen?

-    etwa bei den blühenden Landschaften im wahrsten Sinne des Wortes, prachtvoll  in ihren bunten Farben, leuchtend im hellen Sonnenlicht bei dauerhaftem Frühlingswetter
-    oder bei den äußerst schmackhaften und umfangreichen Mahlzeiten und Weinen, die die Abende lang, heiter und teilweise sehr geräuschvoll enden ließen
-    bei den netten attraktiven Quartieren selbst in entlegenen Dörfern, in dessen Betten man sich nach den ausgiebigen Feiern sinken lassen konnte und danach kaum das Schnarchen des Bettnachbarn registrierte
-    bei der Harmonie und der Hilfsbereitschaft innerhalb der 13-köpfigen Gruppe, die ihre gute Stimmung und Heiterkeit nie verlor
-    und gar bei der perfekten Organisation und Improvisationsgabe unseres Wanderführers Volker Schmidt, Sohn des letzten langjährigen Vereinsvorsitzenden Hans Werner Schmidt. Er brachte uns seine zweite Heimat mit viel Liebe und Begeisterung nahe, witzig und humorvoll und auch in Stresssituationen immer gut gelaunt. Er lebt seit 15 Jahren in Chania, beherrscht die einheimische Sprache inzwischen perfekt und kann sich (so wie unsere Bundeskanzlerin) auf ein Netz von guten Beziehungen abstützen.

Damit ist diese Aufzählung nicht abgeschlossen, aber über einige Details dieses Unternehmens soll noch berichtet werden:

Anstelle der erwähnten einstündigen Schiffsfahrt entlang der steilen Südküste sollte - nach der ersten Planung von Volker und Hans Werner - diese Küste  ausgehend von dem Ort Sougia nach Ag.Roumeli abgewandert werden (unter Einschluss eines nächtlichen Biwaks im Freien). Dieser Plan A musste jedoch abgeändert werden in Plan B und dann nochmals in Plan C. Die Gründe: im Verhältnis zur Jahreszeit  gab es extrem hohe Wassermengen in einigen Schluchten bedingt durch hohen Schneefall in der Winterszeit; weiterhin verhinderte im Plan B eine kräftige Brandung an der Küste eine Anlandung unseres gecharterten kleinen Transportschiffes. Als Ersatz hatte Volker eine Rundwanderung von Sougia aus durch die …Irini Schlucht mit Rückfahrt per Bus organisiert.

Mit Ehrfurcht betrachteten wir daher am nächsten Tag vom Schiff aus die gewaltigen nahezu senkrechten Küstenwände, wobei mancher von uns den Verzicht auf deren Begehung und den Ersatz durch eine  „Wasserwanderung“ per Schiff sicherlich als die angenehmere Lösung empfunden haben dürfte (professionelle Gebirgswanderer würden das natürlich nie öffentlich bekennen).
In Ag Roumeli war Zeit für eine weitere kleine Rundwanderung bis zum Eingang der  berühmten Samaria-Schlucht; Hochwasser versperrte jedoch ein tieferes Eindringen.
Bis zum Kirchlein Agios Pavlos, welches seinen Namen vom Apostel Paulus erhielt, wurde am Folgetag der Strand ostwärts abgewandert. Damit die Bequemlichkeit des Spazierengehens nicht überhand nahm ging es links ab einen steilen Anstieg hoch in die Berge zu dem kleinen Dorf Agios Ioannis auf ca. 800m, der Ausgangspunkt für eine 2000-er Besteigung.


Obwohl unser Quartierwirt eine Teilstrecke mit einem Pick-up (als Zuträger zum Gipfel) anbot, verzichteten doch einige lädierte Wanderer auf den Gipfelsturm und genossen stattdessen eine höhenreduzierte Strecke unterhalb des Gipfels. Der Gipfel wurde jedoch von den Gipfelstürmern auch nicht erreicht, da Schneefelder in kritischen Lagen ein Queren noch nicht zugelassen haben.

Am nächsten Morgen erreichte uns die große Krise: die Bergstiefel, die aus nasen-hygienischen Gründen die Nacht im Freien verbringen mussten, wurden zur Hälfte (nämlich die mit dem schönsten und kräftigsten Duft) von der jungen Wolfshündin des Wirtes verschleppt. Die verzweifelte Suche im hohen Gras brachte keinen Erfolg; Verhandlungen über die Verleihung von Turnschuhen und über Schuhgrößen fanden bereits statt. Erst unser Wirt hatte die richtige Nase für die möglichen Verladeorte und fand die Stiefel wieder.

Der anschließe.nde Trail in Richtung Osten war landschaftlich sicherlich eine der Höhepunkte unserer Tour. Sie ging am Rande des erfolglos angegriffenen Berges entlang bis die Aradhena-Schlucht uns zwang abzusteigen. Nach Querung der Schlucht wurde unser vorletztes Quartier im Dorf Anopolis erreicht, wo eine vorletzte Abschlussfeier zelebriert wurde. Es fand eine öffentliche Bartrasur und eine nächtliches Handballspiel in einem Zweibettzimmer statt – die hervorgerufenen rätselhaften Erschütterungen führten jedoch in keinem der Anliegerzimmer zur Panik. Der Grund dürfte klar sein.

Nach einer beeindruckenden Weinprobe am Tag vor unserem Rückflug bei einem sehr gut deutsch sprechenden Winzer, der uns die Unterschiede zwischen kretischen und westeuropäischen Produktionsverfahren plastisch erläutern konnte, nahmen wir Abschied von einer intensiv erlebten Ferienwoche, die wir so schnell nicht vergessen werden.

PS: das befürchtete politische Thema Griechenland – EU (oder Griechenland – Deutschland) wurde auf dieser Tour kaum angeschnitten; was Wunder bei der Freundlichkeit der Bewohner und unserer Glückseligkeit.

Dr. Günther Mittelbach

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