Senioren: Museumsbesuch und Wanderung in Mödlareuth

„Mr. Gorbachev, tear down this wall“ –  appelliert der amerikanische Präsident Ronald Reagan 1987 in Westberlin am Brandenburger Tor.   

Zwei Jahre später in der Nacht des 9.Novembers 1989  –  Günter Schabrowski (SED Politbüro):  „…meiner Kenntnis nach ist das jetzt, unverzüglich.“

Wiederum 2 Jahre später ist auch die Mauer im „Little Berlin“ gefallen und das deutsche Dorf Mödlareuth ist wieder geboren.   

Nun kann man im Außenbereich des Museums die damaliegen Grenzanlagen begehen, Ausstellungsgebäude des alten Museums besuchen und im Innenbereich des neuen Museums die jahrzehnte lange einschneidende und oft tödliche Realität erschreckend aufnehmen. 

Das neue Museum erklärt bewegend in Bild und Ton und mit realen Fluchtgegenständen die Situation der deutschen Teilung im Dorf Mödlareuth / Töpen. Vergebliche und geglückte Fluchtversuche sind gefilmt und beschrieben. Mit neuen Medien kann man den Ballon-Flucht-Flug von 2 Familien im Hängekorb nachempfinden. Der selbstgenähte Ballon dazu, gelandet in Naila-Dreigrün, ist aber im Bürgerzentrum Naila zu besichtigen. 

Obwohl der Museumsbesuch Zeit und Kondition verlangte, ließen es sich die Senioren nicht nehmen, noch eine geschichtsbezogene Wanderung zu unternehmen:  

Von Münchenreuth entlang des Kupferbaches (vereinigt sich später mit dem Mödlareuther Grenzthannbach) ging es zum landschaftlich reizvoll gelegenen Drei-Frei-Staaten-Stein (ca. 2×2 km). Schon vor 175 Jahren haben sich hier Königreich Bayern, Fürstentum Reuß u. Königreich Sachsen auf eine gemeinsame Grenze geeinigt. „Frei“ haben sich die Länder aber erst genannt, als sie jeweils von ihren Herrschern „befreit“ waren – Thüringen und Sachsen eben erst 1990 nach der Wiedervereinigung Deutschlands.