Tourenwoche der Gruppe Bergsteigen – Hochtouren in der Palagruppe

Die Pala – welch eine großartige Landschaft! 

Diese Tourenwoche der Tourengruppe “Bergsteigen-Hochtouren” führte  in die Palagruppe.  

Die Palagruppe ist die größte Bergkette der Dolomiten und erstreckt sich von der Provinz Belluno bis hin zum Trentino. Das imposante Gebirge zeigt sich mit schroffen und hohen Felsspitzen bis zur einer Höhe von fast 3200m. 

Im Zentralbereich erstreckt sich eine 50 km² breite Felsfläche, das bemerkenswerte „Altopiano delle Pale“. Hier zeigt sich ein ödes, einsames  und mondähnliches Felsplateau, welches  einzigartig zwischen 2500m und 2700m liegt. 

Sechs Teilnehmer der Gruppe „Bergsteigen – Hochtouren“ unter der Führung unseres Tourenführers Thomas Stöcker wollten diese Region näher kennenlernen und entdecken. 

Unser Treffpunkt nach der langen Anfahrt war das Rifugio Passo Valles. Dieses war zugleich unser Quartier für die erste Nacht. 

11.09.2023 

Am ersten Tourentag starteten wir bei Sonnenschein und wolkenlosem Himmel. Vom Passo Valles folgten wir dem Dolomitenhöhenweg Nummer 2 bis zum Rifugio Mulaz, 2571m. Auf dem Höhenweg zur Hütte bestiegen wir gleich mehrere Berge: Cima Caladora, 2313m, Cima della Venegiota, 2401m und Sasso Arduini, 2582m.  

Vom Rifugio Mulaz erklommen wir am Nachmittag den Monte Mulaz, 2906m. Von diesem konnten wir einen herrlichen Rundblick  genießen.   

12.09.2023 

Der neue Tag zeigte sich weiterhin mit besten Kaiserwetter. Das heutige Ziel: Die Besteigung der Cima die Bureloni, mit 3130m der dritthöchste Gipfel der Palagruppe. Vom Rifugio Mulaz starteten wir zum Passo Farangole, 2814m. Diesen konnten wir auf einem mittelschweren Klettersteig überschreiten. Vorbei an den Resten des Zirocolegletschers stiegen wir zum Passo Bureloni, 2987m hoch. In leichter Kletterei erreichten wir schließlich die Cima del Bureloni. Der Rundumblick vom Gipfel war einfach traumhaft. Auf dem bekannten Aufstiegsweg gingen wir zurück zum Rifugio Mulaz. 

13.09.2023 

Wetterwechsel – das Kaiserwetter hatte sich verabschiedet. Vom Rifugio Mulaz gingen wir bei bewölktem Himmel los, um im Abstieg die „Via ferrata Canalino“ zu begehen. Der Weg zu diesem Klettersteig war unmarkiert und in den vorhandenen Karten nur schwach gekennzeichnet. Mit viel Spürsinn wurde der Einstieg gefunden. Dieser Klettersteig führte uns etwa 150 Höhenmeter nach unten. Am unteren Ende des Steiges stießen wir wieder auf eine Markierung und folgten dieser, häufig weglos, bis zum Passo Valles.  

Am Nachmittag fuhren wir mit unseren Autos weiter zur Talstation der Rosetta-Seilbahn. Mit dieser fuhren wir gegen 16.00 Uhr nach oben und erreichten somit das Rifugio Rosetta, 2581m. 

14.09.2023 

Besteigung der Cima della Vezzana, 3192m = höchster Berg der Palagruppe. Vom Rifugio Rosetta über den Passo Bettega, 2658m stiegen wir weiter durch das Val dei Cantoni zum Passo di Travignolo, 2925m empor. Eine längere Schuttpassage führte uns zum Beginn des Südgrates  der Cima della Vezzana. Dem Südgrat folgend, stiegen wir in leichter Kletterei bis zum Gipfel hinauf. Beim Abstieg zurück zum Rifugio Rosetta gelang uns noch die Besteigung der Cima Nuvolo, 3075m, unser zweiter Dreitausender an diesem Tourentag. Eine der großen Touren in der Palagruppe, einsam und wild, lag hinter uns. 

15.09.2023  

Vom Rifugio Rosetta beginnend war das nächste Ziel die Besteigung der Cima Fradusta, 2939m. Als erstes mussten wir jedoch die mondähnliche Landschaft der „Altopiano delle Pale“ durchqueren. Der Weg über dieses Hochplateau führte uns häufig auf und ab, bis wir nach drei Stunden Gehzeit schließlich den Nordostgrat zum Gipfel erreichten. Nach einer Stunde Aufstieg über diesen erreichten wir den Gipfel der Cima Fradusta. Unser Abstiegsweg führte uns über den Passo de Lede, 2695m, zum Rifugio Pradidali, 2278m.  

16.09.2023 

Im Herzen der wilden Pala. Nach einer ruhigen Nacht im neu erbauten Bivacco beim Rifugio Pradidali stiegen wir zum Einstieg der Ferrata del Porton. Dieser mittelschwere Klettersteig wurde neu saniert und ist absolut empfehlenswert. Eine Reihe von Eisenbügeln führte uns durch den steilen Fels  hoch zur Forcella Porton, 2460m. An dieser gönnten wir uns eine längere Rastpause zum staunen und schauen. Der weitere Weg führte uns zur berühmten Via ferrata del Velo (=Schleierweg). Genussreich und in schöner Wegführung führte uns dieser Klettersteig zum Rifugio Velo della Madonna, 2358m.    

17.09.2023 

Nun hieß es Abschied nehmen. Vom Rifugio Velo della Madonna stiegen wir durch die Westflanke der Palagruppe hinab zur Talstation der Rosetta-Seilbahn. 

 

Wir erlebten eine erlebnisreiche, erfolgreiche und unfallfreie Tourenwoche in der Palagruppe.  

 

 

 

Bericht von Thomas Stöcker